28.
Feb.
 

 

Ein großer Tag

 

MUMBAI  „Unser Haus steht kurz vor dem Kollaps“, so Schwester Irene, Leiterin der Frauen-Bildungsstätte im Hilfszentrum Malwani, bei unserem Besuch im Januar 2017.

"Das Haus ist, wie alle Häuser hier, vor etwa 20 Jahren auf ehemaligen Schwemmland erbaut worden. Es sackt ständig weiter ab. Eingangsbereich und Untergeschoss liegen bereits 30 cm unter dem Straßenniveau. Zur Regenzeit steht das Untergeschoss immer unter Wasser. Mit dem Regenwasser dringen auch Abwasser, Unrat und Ungeziefer vom Kanal nebenan ein. Die Aufräumarbeiten nach dem Monsun sind hart. Die üblen Gerüche, den Schimmel und die Feuchtigkeit in Boden und Wänden bekommen wir nicht mehr weg. Für einen Abriss gab es keine Baugenehmigung und ein Ersatzgebäude können wir nicht finden,“ Schwester Irene.

 

Nicht zu übersehen waren die Schimmelflecken an den Wänden, die gesprungenen Wandfliesen, die durchgebogenen Deckenbalken, die verrosteten Wasserrohre und die von Schimmel befallenen Einrichtungsgegenstände. Die Fenster ließen sich nicht öffnen, die Haustüren klemmten und Asbestplatten deckten die Dachterrasse.

 

Zum Abschied sagten wir zu Schwester Irene: „Wir können es nicht zulassen, dass Eure erfolgreiche Frauen-Arbeit zum Erliegen kommt!“

Zuhause rührten wir kräftig die Werbetrommel für die so notwendigen Sanierungsmaßnahmen.

 

Seit Mitte Oktober 2017 wurde renoviert:

Alle Decken und Wände wurden von Schädlingen, Schimmel und Gerüchen befreit. Die Dachterrasse, beliebter Versammlungsort bei Aktionen und Fortbildungen, erhielt ein neues Dach, die Asbestplatten wurden durch Zink-Alu-Platten ersetzt. Die Brüstungsmauer der Dachterrasse wurde abgedichtet und mit einem Gemisch aus wasserdichtem Mörtel-Kunststoff-Gemisch verputzt. Terrassenbrüstung und Innentreppen wurden gesäubert, grundiert und mit Antirostschutzmitteln behandelt. Das Fundament wurde stabilisiert und erhöht. An Decken und Wänden beider Geschosse wurden Eisenträger eingezogen und vor beiden Eingängen Wassersperren angelegt. Alle Räume erhielten neue Bodenplatten, neue Türen und neue Alu-Schiebe-Fenster. Geborstene Dachrinnen und Abwasserrohre in Waschraum und Küche wurden ersetzt. Alle Innenwände wurden gefliest und getüncht und eine neue Küchenzeile mit Stahlspülbecken nebst 2 neuen Toiletten (nach fast westlichem Standard) eingebaut. Für die Besucher der Bildungsstätte entstand im Außenbereich ein Waschraum mit Toilette.

 

Nach 5-monatiger Renovierungsphase ist es nun geschafft!  
Am 28. Februar 2018 wurden die neuen Räumlichkeiten eingeweiht. Zahlreiche Fotos zeugen von erfolgreichen Renovierungsmaßnahmen!

 

Ab 5. März werden in den neuen Räumlichkeiten erneut Lehrgänge angeboten im Schneiderhandwerk, zur Köchin, zur Herstellung von Gewürzmischungen und zur Kosmetikerin. Kurse wird es auch geben zur Herstellung von Papiertaschen und Tüten, die dann in Heimarbeit gefertigt werden.

2017 nahmen 190 Frauen aus dem Slum Malwani an Lehrgängen teil. Sie erhielten nach erfolgreichem Abschluss ein staatlich anerkanntes Zertifikat und betreiben jetzt ein eigenständiges Gewerbe.