20.
Jun.
 

 

Der Wassernot mit natürlichen Mitteln entgegen wirken

 

Bis April 2010  bewässerte ein Kanal, gespeist aus einem nahelegenen Stausee, Gärten und Felder des Gesundheitszentrums´Mukhta Jivan`. Bis zu 250 Patienten profitierten täglich von dem frischem Gemüse, dem Obst und Reis, den Eiern und der Milch aus der eigenen Landwirtschaft. Die Farm war in späten 1990-er Jahren auch mit deutscher Entwicklungshilfe aufgebaut worden.´Mukhta Jivan`, gelegen im Vorgebirge der ´West Ghats`, etwa 90 Meilen nordöstlich von Mumbai, war ein weit über die Grenzen hinaus bekanntes Gesundheits- und Lepra-Rehabilitationszentrum.


Von den farbenfrohen Blumenrabatten und der ehemals ertragreichen Landwirtschaft ist heute nur wenig übrig geblieben: Verstepptes Land, wohin das Auge blickt. Die einst so prächtigen Bananenplantagen sind verdorrt, Gemüse- und Reisäcker sind vertrocknet. In der Farm leben nur noch ein paar Kühe und Ziegen und eine Handvoll Hühner. Das Umland ist ebenfalls verdorrt.

 

Was war passiert?

 

Der Kanal wurde 2010 geschlossen und umgelegt, hinab in die Wirtschaftsmetropole Mumbai. Dort, so sagte die Regierung, werde das Wasser dringend gebraucht.

Vereinsmitglieder von "Wasser ist Leben" hatten genau zu jener Zeit, als der Kanal ausgetrocknet war, dieses Zentrum besucht und von der Not erfahren.

Nach ihrer Rückkehr in die Heimat wurde angepackt, die Spendentrommel gerührt und schließlich ein Bewässerungsprojekt in die Hände eines auf Umweltprobleme spezialisierten Ingenieurs aus Mumbai gegeben.

In drei Schritten wurde vorgegangen: Das Fundament einer alten Staumauer, die das Wasser vom Abfließen in das Tal aufhalten soll, wurde saniert. Drei Regenwassersammelbecken wurden in Kaskadenform angelegt mit erhöhten und bepflanzten Beckenrändern. Die ausgehobene Erde wurde zu den kahlen und erodierten Feldern abtranportiert. In den drei Becken können bis zu 6 Millionen Liter Regenwasser gespeichert werden.

 

Inmitten des Regenwasserspeichers befindet sich ein Trinkwasserbrunnen mit fast 11 Meter Tiefe und 2,50 Meter Durchmesser auf dem Grund.

 

Da der Grundwasserspiegel inzwischen schon erheblich gestiegen ist, trocknet dieser Brunnen selbst während der heißesten Jahreszeit nicht mehr aus.

Sein Wasser hat Trinkwasserqualität. Wenn die Pumpen wegen Stromausfalls nicht gerade streiken, wird dieses Brunnenwasser in den Hochtank gepumpt und gelangt von dort in die fünf Häuser.   

 

Nun aber war erneut Not angesagt!


Das Trinkwasser wurde von Tag zu Tag trüber, roch faulig und war schließlich nicht mehr genießbar. "Seit vielen Wochen schon müssen wir das Trinkwasser ankaufen", so Sr. Meena, die Leiterin, im Januar 2017. "Wasser ist Leben" hat erneut gehandelt und Sr. Meena gebeten, die Sanierung des Brunnens in erfahrene Hände zu geben.

Kurz vor dem diesjährigen Monsun wurde die Brunnensanierung von einer Fachfirma in Angriff genommen: Das Restwasser wurde herausgepumpt, Brunnenboden und Wände wurden von Unrat, Schlamm, Algen, Ungeziefer und losen Steinen gereinigt und die Innenwände neu aufgemauert.                                                             

 

´Mukhta Jivan`hat seit Monsunbeginn nun wieder reines Wasser!

 

Darüber sind die Menschen, die hier leben, sehr glücklich: Alte, aus ihren Familien verstoßene Menschen, an Lepra und anderen Hauterkrankungen leidende Patienten, Mädchen und Frauen mit HIV. Und auch der Ordensnachwuchs, der hier sein Ausbildungszentrum hat. 

Die Menschen in den Dörfern ringsherum hingegen leiden weiterhin unter immer größerer Wassernot. Und das alljährlich ab Ende Januar.

"Wasser ist Leben" verfolgt als nächsten Schritt folgendes Ziel: Um von der Stromversorgung unabhängig zu sein, soll zukünftig eine Solarpumpe das Trinkwasser in den Hochtank pumpen. Mit Hilfe weiterer Solarpumpen und eines ausgeklügelten Bewässerungssystems soll das gespeicherte Wasser auf dem Gelände verteilt werden. Pläne dafür liegen dem Verein bereits vor.

 

Bitte helfen Sie mit!