11.
Okt.
 

 

"Ich bin stolz darauf, dass ich ein Mädchen bin!"

 

GUNDELFINGEN - MÄDCHENHEIM NAYA JIVAN Der ´Weltmädchentag`, 2011 von der UNO ausgerufen und am 11.Oktober weltweit gefeiert, ist ein Festtag für jedes Mädchen im Kinderdorf ´Naya Jivan`.

Jedes Mädchen erhält eine Glückwunschkarte und eine Blume. Der Abend klingt aus mit Tänzen und Liedern.

 

Wertschätzung, Fürsorge und Geborgenheit kannten die Mädchen nicht, ehe sie bei den Schwestern Zuflucht fanden. Hunger, Ängste und Gewalt lagen über ihrem kleinen Leben.

 

„Hier habe ich jeden Tag genug zu essen und zu trinken. Ich kann mich waschen, habe einen festen Schlafplatz und muss keine mehr Angst haben. Hier sind alle gut zu mir. Ich gehe in die Schule und habe viele Freundinnen“, erzählt Pooja, eines der drei Patenmädchen des Denzlinger Erasmus-Gymnasiums, der Gundelfinger Besuchergruppe im November 2018. Pooja lebt seit 8 Jahren im Mädchenheim und besucht die 11. Klasse.

„Ich möchte Krankenschwester oder Sekretärin werden“, sagt das Mädchen.

 

Die traditionelle Rolle von Mädchen und Frauen 
Indische Familien sind von alters her meist patriarchalisch strukturiert.

Männer gebieten, Mädchen und Frauen haben Unterordnung und Benachteiligungen klaglos hinzunehmen. Traditionelle Bräuche sorgen gar für die totale Ablehnung von Töchtern. Dies lässt sich besonders drastisch ablesen am Geburtenverhältnis des nordindischen Bundesstaates Haryana: Auf 1.000 Jungen unter sechs Jahren kommen 914 Mädchen.

 

Gleichstellung von Mädchen und Frauen
Der indische Staat hat zur Gleichstellung von Mädchen und Frauen schon vor Jahren viele bedeutsame Signale gesetzt: 1950 wurden gleiche Rechte für Mann und Frau im Gesetz festgeschrieben. 1955 wurde Töchtern und Frauen gleiches Recht im Erbanspruch zugestanden. 1961 wurde das Mitgiftsystem offiziell abgeschafft, 1978 strenge Maßnahmen zum Verbot der Kinder-Ehe eingeführt. 2006 trat ein Gesetz in Kraft, durch das häusliche Gewalt gegen Frauen bestraft werden kann. Vor etwa 10 Jahren wurde die 33-Prozent-Quote für Frauen bei Kommunalwahlen in die Verfassung aufgenommen und 2009 die allgemeine Schulpflicht eingeführt. Der internationale ´Mädchentag`, im Jahr 2011 von der UNO ausgerufen, appelliert an die Gleichheit der Geschlechter.

 

Die Rolle der Frau im Umbruch
Mit der wirtschaftlichen Öffnung Indiens, dem Einfluss von Medien, moderner Technologien und Einflüssen aus dem Westen ist in der Mittel- und Oberschicht der Metropolen eine rasante gesellschaftliche Umstrukturierung in Gang gekommen. Frauen nehmen Top-Positionen in Wirtschaft und Politik ein, Frauen in Slums und Dörfern erkennen mehr und mehr, dass es sich lohnt, für Veränderungen, die ihnen ein besseres und gleichwertiges Leben ermöglichen, zu kämpfen.

 

Tradition und Fortschritt
Angesichts der starren Traditionen und der Größe des Landes wird es jedoch noch geraume Zeit dauern, bis alle Gesetze und fortschrittlichen Erneuerungen in die entlegensten Dörfer vorgedrungen sind und umgesetzt werden.
Die Indienhilfe Wasser ist Leben e.V. fördert Gesundheitsfürsorge und Bildung von Mädchen und Frauen.

 

Bitte, übernehmen Sie eine ´Patenschaft` für ein Mädchen!
IBAN: DE16 6806 4222 0003 0303 00