Gesund mit sauberem Trinkwasser

 

 

 

 

 

"Wasser ist Leben" fördert die Versorgung mit sauberem Trinkwasser.

 

 

          Planung 2018

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  •    Trinkwasserbrunnen und Sanitäranlagen für ´Musahar`- Siedlungen (sog. "Rattenesser") in Uttar Pradesh.

 

  •    Ein Brunnen für eine neu eröffnete Krankenstation in Odisha.

 

  •    Die Sanierung des Trinkwasserbrunnens im Gesundheitszentrum ´Mukta Jivan`.

 

  •    Trinkwasserbrunnen für Adivasi-Mädchen in Dapada, 150 Meilen nördlich von Mumbai.

 

 

Bitte, helfen Sie mit!

 

 

 

 

In Indien haben etwa 200 Millionen Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser.

Allein in Indien sterben alljährlich 600.000 Kinder an den Folgen von verunreinigtem Trinkwasser.

 

 

 

Mädchendorf ´Naya Jivan`/  Assangaon/ Maharashtra

 

1992

Besuch im Kinderdorf ´Naya Jivan`: Die Klimaveränderung, die Abholzung der Wälder und zahlreiche Tiefbrunnen im Umland hatten den Grundwasserspiegel drastisch absinken lassen. Die zwei Brunnen waren versiegt und verfallen, die Felder versteppt, der landwirtschaftliche Anbau eingestellt. Die Wäsche wurde am entlegenen Fluss gewaschen. Der schwoll zu Regenzeiten gefährlich an. Das Trinkwasser wurde vom Tanklaster angekarrt und in Plastiktanks bevorratet. Es war erst nach mehrmaligem Filtern genießbar. Die Ernährung war einseitig, die Mädchen waren häufig krank und wenig erfolgreich in der Schule.

1992

Tagebuchnotiz  / Gerda Geretschläger, Gundelfingen

... Viele Mädchen liegen mit Fieber auf ihren Schlafmatten. "Das kommt von dem unreinen Wasser", sagen die Schwestern. Und wie wir uns gerade verabschieden wollen, fährt ein Wassertanker vor und kippt seine Ladung in einen Betontrog. Der Trog hat nicht mal einen Deckel. Das Wasser ist trüb und dreckig mit allerlei Ungeziefer ... "Wir müssen es mindestens 5 Mal filtern", Sr. Dharma, Leiterin.

 

1997

Die Schulgemeinde der Johann-Peter-Hebel Schule Gundelfingen sorgt zusammen mit Leserinnen und Lesern überregionaler Zeitungen für zwei Erdtanks und einen Wasser-Hochtank.

2015

Tagebuchnotiz / Andrea Steinhart, Gundelfingen

"Im chaotischen Morgengedränge fahren wir im Kleinbus von Mumbai auf die Autobahn Mumbai-Delhi, in Richtung Nordosten, hinauf in die West Ghats. Vorbei geht es an versteppten Wiesen und dürren Ziegenherden, aus der Ferne grüßen bizarre Felsenformationen. Nach etwa 2 Stunden Fahrt biegt unser Bus durch ein Tor ein. Wir sind am Ziel angelangt, im Mädchendorf ´Naya Jivan`(aus dem Hindi übersetzt = ´Neues Leben`). Blühende Büsche und bunte Blumentöpfe säumen den Weg, eine fröhliche Mädchenschar in bunten Kleidern und roten, gelben, blauen und grünen Zopfmaschen kommt auf uns zugerannt und begrüßt uns mit Liedern und Blumenkränzen. Schwestern schütteln uns die Hände und heißen uns herzlich willkommen. Nach einem Glas Wasser geleiten uns Mädchen und Schwestern durch die Häuser und an gut gefüllten Regenwasserbecken vorbei zum Wasserhochtank. Der ist umgeben von grünen Büschen und üppigen Bananenstauden..."

 

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Blick in den Wasserhochtank:

Das Trinkwasser ist klar und rein.

 


 

ProjekteTrinkwasser10

Am Morgen fließt seitdem eine Stunde frisches Wasser in alle Kinderhäuser.

Noch vor der Schule füllt jedes Mädchen einen Eimer mit Wasser.

 

Der Tank wird regelmäßig gereinigt.

 

 

 Ureinwohnersiedlung Gangangaon/ Maharashtra

 

 

Rings um Gangangaon, etwa 150 Km nördlich von Mumbai, liegen Adivasi-Siedlungen.

Die Frauen und Mädchen sind stundenlang unterwegs, um Wasser zu beschaffen.

Die Wege sind nicht nur lang, sondern auch gefahrenvoll.

 

2013

Bau von 6 Brunnen, 110 - 125 Fuß tief.

Die Brunnen sind höchstens 1 km von den Siedlungen entfernt.

Von jedem Brunnen profitieren 120-150 Familien.

Die Brunnen werden fortzu gewartet. Reparaturen werden in Eigenleistung erbracht.

 

 

 

 

Mädchenheim ´Anand Niwas`/ Shevgaon/ Maharashtra

 

 

Das Mädchenheim mit 63 Mädchen liegt auf dem Dekkan-Hochplateau. In dieser Region gibt es alljährlich Wasserkrisen, denn die Wolken regnen sich bereits am Küstengebirge (Ghats) aus.

Trinkwasser gibt es oft nur auf Lebensmittelkarten.

 

2013

Der Trinkwasser- Brunnen des Mädchenheims ist ein kombinierter Brunnen mit 18 m Tiefe, einem Durchmesser von 10 m und einem zusätzlichen Bohrloch von 27 m Tiefe.

Ein Wasserleitungssystem leitet das Regenwasser von dem Dach des Schwesternhauses über eine

Filteranlage in den BrunnenDie Filteranlage besteht aus einem unterirdischen Tank (1,5 x 1,5 x 2 m) .

Die Tankwände bestehen aus gemauerten wetterfesten Wänden, der Boden ist betoniert.

Der Tank ist unten befüllt mit gewaschenem Kies, oben mit gewaschenem Sand.

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Der Brunnen wird von Grund auf saniert.

Arbeiter bringen ein Gerüst und Leitern an und reinigen den Brunnenboden von Schlamm, Dreck und Wurzelwerk.

Die maroden Brunnenwände werden saniert, lose Steine ersetzt und die Innenwände neu verputzt. 

Die Innenwände werden mit einem Netz überzogen, um Nestbau zu verhindern.

Aus Sicherheitsgründen wird der Brunnenrand erhöht.

Schließlich wird der Brunnen mit einem stabilen Rost abgedeckt.   

Saniert werden auch die beiden Wasserpumpen. Die konventionelle Elektropumpe fällt immer wieder aus, weil der Strom wegbleibt. Die neue Pumpe wird mittels Solarenergie betrieben. Die Sonnenkollektoren werden auf dem neu errichteten Pumpenhaus angebracht. Sie dienen auch der Wegbeleuchtung innerhalb des Geländes.

                                                                                                                                  

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2014

Ein zweiter Trinkwasserbrunnen wird in Betrieb genommen.

Das Wasser kommt aus über 100 m Tiefe.   

Brunnen und Solarpumpe werden regelmäßig gewartet.

 

 

 

 

Mädchenheim ´Asha Niketan`/ Jalpaiguri/ West-Bengalen

 

 

50 Mädchen, 4-12 Jahre alt, leben hier. Sie stammen aus ärmsten Teegarten- Arbeiterfamilien.

 

2015

Ein Brunnen mit frischem, klarem Wasser wird errichtet.

Der Brunnen wird regelmäßig gereinigt.

 

 

 

Mädchenheim ´Kripalaya`/ Gadhinglaj

 

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Im Bezirk Kolhapur, in den West Ghats, Meereshöhe 623 m, am südöstlichsten Zipfel Maharashtras, 360 km von Mumbai entfernt, liegt das Mädchenheim ´Kriapalaya`in Gadhinglaj mit 40, meist Waisenmädchen. Sie besuchen die Klassen 4-10.

 

2015

Finanziert wird ein Bohrbrunnen, 20 m tief zusammen mit einer Elektro- Pumpe.

"Strom wird meist zuverlässig geliefert, eine Solarpumpe eignet sich hier nicht, während der Regenzeit gibt es kaum Sonne. Unser Haus liegt im Gebirge mit viel Schatten...", Sr. Alphonsa, Leiterin, 2015.

 

 

 

"Musahar"- Siedlung/ Badhohi

 

 

 


ProjekteTrinkwasser13

 

 

2017

Eine ´Musahar`- Siedlung im Bundesstaat Uttar Pradesh, 40 Meilen nordwestlich von Varanasi, erhält 5 Trinkwasserbrunnen.

(Anm.: `Musahar`heißt übersetzt ´Rattenesser`. Diese Volksgruppe steht in der Hierarchie der ´Unberührbaren`auf der untersten Stufe. Früher haben die ´Musahar` Häuser und Ställe der höheren Volksgruppen von Ratten befreit und durften die Ratten als Lohn behalten und essen.)

 

Aus einem Brief von Schwester Stella, Ordensleiterin im Oktober 2016, nach einem Besuch einer ´Musahar`-Siedlung, nahe des Hilfszentrums Bhadohi im Bundesstaat Uttar Pradeh:

 

„Im Umkreis unseres Zentrums gibt es 17 ´Musahar`-Siedlungen. Eben komme ich zurück vom Besuch einer Siedlung. 40 Familien leben hier unter meist unmenschlichen Bedingungen. Sie kampieren in notdürftigen Hütten aus Plastikplanen oder gar im Freien unter Bäumen. Für 40 Familien gibt es nur ein Wasserloch, keine medizinsche Betreuung und die Kinder gehen nicht zur Schule. Um dieser Volksgruppe zu helfen, hat die indische Regierung einige Wohlfahrtsprogramme aufgelegt. Aber ohne Hilfe sind diese Menschen nicht in der Lage, die Leistungen der Regierung in Anspruch zu nehmen…“

 

Sr. Daisy, Leiterin der Nordprovinz, im Mai 2017:

„Die Menschen sind überglücklich und zutiefst dankbar, dass sie nun regelmäßig Wasser haben. Bislang mussten die Frauen das Trinkwasser von weit her anschleppen. Das Trinkwasser war so kostbar, dass es eigentlich nur zum Trinken und Kochen genommen wurde. Die Körperhygiene fand gewöhnlich in Wasserlöchern statt, wo auch Schweine und Hunde baden. Die Wäsche wurde ebenfalls in Wasserlöchern gewaschen. Seit es die Brunnen gibt, klappt es auch schon viel besser mit der Hygiene. Wir leiten die Menschen zu Körperpflege an und klären regelmäßig über Hygiene auf. Jetzt hoffen wir, dass mit dem sauberen Wasser sich die Gesundheit dieser Menschen stabilisiert. Hier sterben häufig Kinder an Infektionen, verursacht durch unsauberes Trinkwasser und mangelnde Hygiene".

 

Im Umkreis dieser Siedlung liegen weit verstreut noch weitere 17 Musahar - Siedlungen.

Alle warten auf sauberes Trinkwasser und Sanitäranlagen. 

 

"Die Kinder der Siedlung warten bereits auf uns, Buben und Mädchen in zerschlissenen Hemdchen, mit Beulen an Armen und Beinen, gelben Strähnen in den Haaren und kahlen Stellen auf dem Kopf..."

Quelle: Clemens Jürgenmeyer, Freiburg, Oktober 2017, nach einem Besuch einer Musahar-Siedlung.