06.
Dez.
 

 

Weihnachtspost aus Indien 

GUNDELFINGEN  In der ersten Adventwoche erreichte uns ein dickes Paket aus Indien mit Briefen unserer Partnerinnen, von Patenmädchen aus dem Mädchenheim ´Naya Jivan`, von Kindern aus dem Slum Malwani, von Kindern aus dem Fischerdorf Uttan und aus dem Mädchendorf ´Asha Niketan`in Darjeeling. Schwestern und Kinder bedanken sich sehr herzlich für die Unterstützung im zurückliegenden Jahr und schicken beste Wünsche für ein frohes Weihnachtsfest und ein gesundes neues Jahr. Dazu kamen dazu auch viele Infos über die gegenwärtige Situation.

Hingegen kam keine Post aus den beiden Mädchenheimen auf dem Hochland von Dekkan. Seit vielen Jahren unterstützt ´Wasser ist Leben` Bildungsmaßnahmen in diesen beiden Mädchenheimen. Das Schweigen hat gute Gründe.

 

Mädchenheime in der Pandemie

Fast alle Mädchenheime wurden nach dem Lockdown am 24.März geschlossen und die Mädchen bei verbliebenen Verwandten untergebracht. Über die Rückkehr in die beiden Heime auf dem Hochland von Dekkan ist noch nichts bekannt. Die Mädchen sidn abgeschnitten von Freundinnen und Bildung. Kontakte zu unseren Partnerinnen gibt es oft nur bei Lebensmittelübergaben. In vielen Familien ist noch nicht einmal ein Handy vorhanden.

 

 

Das Mädchenheim ´Naya Jivan`
Dieses Mädchenheim wurde nicht geschlossen. Diese Mädchen haben keine Familie, die sie hätten aufnehmen können.

Nach dem Lockdown wurden Kleingruppen gebildet, Hygiene- und Abstandsregeln eingeübt und jeder Gruppe feste Zeiten und Plätze in Wasch-, Toiletten-, Wohn,- Schlaf- und Lernräumen zugewiesen. Der diesjährige Monsun war gut ausgefallen, es gibt reichliche Gemüse und Obst.

Die Behandlung der Mädchen HIV/pos. wurde in Krankenhäuser der Umgebung verlegt, die Krankenhäuser Mumbais sind überbelegt.

 

Seit Schuljahresbeginn arbeiten die Mädchen der oberen Klassen an digitalen Arbeitsplätzen, für die Jüngeren werden Wochenpläne und Hausaufgaben bei den Schulen abgeholt. Fünf Hauslehrer*innen arbeiten auch während der Ferien täglich zwei bis vier Stunden mit den Mädchen.

 

Im neuen Schuljahr besuchen zwanzig Mädchen Klasse 10, zehn Mädchen Klasse 11 und 23 Mädchen bereiten sich in Klasse 12 auf den Abschluss vor.

Vier Mädchen aus ´Naya Jivan` haben ihre Krankenschwester-Ausbildungen erfolgreich abgeschlossen, zehn Mädchen haben einen Ausbildungsplatz in einem Krankenhaus bekommen, ein Mädchen lässt sich zur Schwesternhelferin ausbilden und sieben Mädchen studieren Betriebswirtschaft und soziale Berufe.

 

Im Slum Malwani
Auch in den Slums von Mumbai wird jetzt Online-Unterricht angeboten. Kinder aus ärmsten Familien haben aber meist keinen Zugang zu diesen modernen Unterrichtsformen.

Im Slum Malwani bieten Lehrer*innen, die vor der Krise im Hilfszentrum unserer Partnerinnen den Kindern zur Seite standen, erneut Hilfe an.

In Kleinstgruppen und unter strengen Maßgaben.


Slumfrauen, die hier ausgebildet wurden und als Näherin, Köchin, Gemüsehändlerin, Taxifahrerin oder in Heimarbeit tätig waren, hatten zu Beginn der Pandemie allesamt ihre Jobs verloren. Seit es nun kleine Lockerungen gibt, eröffnen Frauen hier und dort wieder einen Imbissstand, handeln mit Gemüse und arbeiten in Heimarbeit. Frauen, die als Köchinnen in wohlhabenden Haushalten arbeiteten, werden noch nicht wiedereingestellt, Taxifahrerinnen arbeiten ebenfallls noch nicht. Ihre Dienste werden nicht gebraucht, Schüler*innen und Behördenmitarbeiter*innen, die vor der Epidemie chauffiert wurden, arbeiten von zuhause aus.

 

Ziegenprojekte
Frauen, die vor der Pandemie eine Ziege bekommen hatten, sind glücklich. Die Ziegen helfen den Familien über die Runden.

 

IBAN: DE16 6806 4222 0003 0303 00