Geschichte

 

Wie alles begann

Die Wurzeln von „Wasser ist Leben“ reichen zurück bis in die 1960-er Jahre.
Gerda Geretschläger, Gründerin der Initiative "Wasser ist Leben", arbeitete als Lehrerin von 1966-69 im Auftrag von Misereor in der Ausbildung des Ordensnachwuchses der "Helpers of Mary" in Andheri.

1967 nahm sie an der Gründung des Mädchendorfes´Naya Jivan`teil, das für Mädchen lepröser Eltern gegründet wurde und von der Frauengemeinschaft "Helpers of Mary" geführt wird.

1992 besuchte Gerda Geretschläger das Mädchendorf wieder. Inzwischen lebten dort 360 Mädchen im Alter von 4-20 Jahren.

Der Kahlschlag des umliegenden Gebirges, Erosionsschäden und Tiefbrunnen hatten in den zurückliegenden 25 Jahren den Grundwasserspiegel rund um das Mädchendorf drastisch absinken lassen. Die drei Brunnen waren versiegt und verfallen, die Felder versteppt, der landwirtschaftliche Anbau eingestellt. Die Wäsche wurde am entlegenen Fluss gewaschen, der zu Regenzeiten gefährlich anschwoll. Das Trinkwasser, vom Tanklaster angekarrt und in Plastiktanks bevorratet, war erst nach mehrmaligem Filtern genießbar. Die Ernährung war einseitig, die Mädchen waren häufig krank und wenig erfolgreich in der Schule.

Zuhause berichtete Gerda Geretschläger ihren Schülern, dem Kollegium und der Elternschaft ihrer Schule von der katastrophalen Wassernot im Kinderdorf und dem schlechten Gesundheitszustand der Mädchen.

"Lasst uns beim Schulfest Geld sammeln für einen Brunnen im Kinderdorf", schlug ein Mädchen vor. Schulkameradinnen und Kameraden fanden die Idee gut, die Lehrer, die Eltern und der Bürgermeister auch.

Auf dem Schulfest 1995 engagierte sich die gesamte Schulgemeinde für die Finanzierung von sauberem Trinkwasser im Kinderdorf´Naya Jivan`.

Die "Initiative Wasser ist Leben" war geboren.

Die Gemeinde Gundelfingen übernahm die Trägerschaft für die Schulfest-Initiative, die Raiffeisenbank richtete ein kostenloses Konto ein, lokale Medien berichteten über den Plan der Kinder. 10.000 DM kamen beim Schulfest zusammen, genug um einen Brunnen zu bauen. Doch der Brunnen konnte nicht gebaut werden, denn der Grundwasserspiegel lag zu tief.

Dafür kam es viel besser!

Die Idee passte genau in das Geschehen rund um das Kinderdorf: Zur selben Zeit wurde jene Region Maharashtras aus Mitteln der Weltbank mit einem Stausee und Trinkwasserleitungen versorgt. Leitungen wurden auch bis an die Grundstücksgrenze von´Naya Jivan`verlegt. Das spornte die Grundschulkinder erneut an.

"Sauberes Wasser für ein indisches Kinderdorf", schrieben sie auf Plakate, verkauften selbstgemalte Weihnachtskarten, spielten Flöte auf dem Wochenmarkt, bemalten Ostereier und führten Kunststücke vor bei Klassenfesten. Viele kleine Gaben kamen zusammen. Schließlich bekamen die Gundelfinger Kinder große Hilfe von Leserinnen und Leser überregionaler Zeitungen. Die hatten über eine deutsche Journalistin von der Wassernot im Mädchendorf erfahren und sorgten gemeinsam mit der Gundelfinger Schule nach und nach für frisches Trinkwasser und auch für bessere Ernährung im Kinderdorf.

Seit 1997 gibt es nun jeden Tag für 1 Stunde frisches Wasser aus der Leitung.

 "Wasser ist Leben steht unter einem guten Stern", titelte 1997 die Badische Zeitung.

"Jedem Kind ein Bäumchen", hatten Kinder beim Schulfest 1999 auf Plakate gemalt. Zahlreiche Bananenstauden und Mangobäumchen wurden aus dem Schulfesterlös gepflanzt und mit Tröpfchenbewässerung am Leben gehalten.

Die Freundschaft hatte Wurzeln geschlagen! Seitdem gibt es an der Johann-Peter-Hebel Schule Gundelfingen regelmäßige Aktionen für bessere Lebensbedingungen im Kinderdorf.

"Wir gehen Hand in Hand", so das Motto des Schulfestes 2003.

Beim Besuch der Ordensleitung in Gundelfingen wurde die Freundschaft offiziell mit einer Partnerschafts-Urkunde besiegelt.

2004 zeichnete das Land Baden-Württemberg die Johann-Peter-Hebel Schule aus für hervorragende Leistungen auf dem Gebiet "Umwelt und nachhaltige Entwicklung".

2005 wurde die Pflege der Partnerschaft ins Schulcurriculum der Grundschule aufgenommen. "Die Kinder sollen früh mit anderen Lebensweisen und Kulturen vertraut gemacht werden", so die Schulleitung. Seitdem sorgt die Johann-Peter-Hebel Grundschule für zwei Patenmädchen aus dem Kinderdorf´Naya Jivan`.

Als Schulinitiative stand "Wasser ist Leben" von 1995 - 2007 unter den Fittichen der Gemeinde Gundelfingen.

2008 wurde die Initiative umstrukturiert in den gemeinnützigen Verein "Indienhilfe Wasser ist Leben e.V."

2009 wurde die "E.C.H.O.-Stiftung" gegründet als Treuhandstiftung des Vereins.

Die einst kleine Schulfest-Initiative hat weite Kreise gezogen und sich zu einem bundesweit anerkannten Hilfswerk der Entwicklungszusammenarbeit entwickelt.

Im Rahmen des neuen Bildungsplans, in dem "Bildung für nachhaltige Entwicklung" fest verankert ist, sind weitere Schulen mit eingestiegen.

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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