22.
Mär.
 

 

Weltwassertag

Wasserbeschaffung in Zeiten des Klimawandels

 

GUNDELFINGEN  - ´MUKHTA JIVAN`, gelegen im Vorgebirge der West-Ghats, etwa 80 Meilen nordöstlich von Mumbai

 

„Bis vor wenigen Jahren konnten wir unsere Bewohnerinnen und Bewohner weitgehend aus eigenem Anbau versorgen. Dieser Brunnen lieferte reichlich Wasser für Gemüsebeete, Obstbäume und Tiere. Nun ist alles anders geworden! Der Grundwasserspiegel ist in den letzten Jahren stark gesunken und der Brunnen trocknet nach dem Monsun sehr rasch aus“, Sr. Meena, Leiterin des Hilfszentrums ´Mukhta Jivan`, zu Vereinsmitgliedern beim Gang durchs Gelände im November 2018.


Als Gründe dafür nennt die Leiterin die schwachen oder gar ausbleibenden Monsunregen und die Anordnung der Regierung, den Kanal, der aus einem Stausee des umliegenden Gebirges kommend, viele Jahre die Region bewässerte und fruchtbar machte, nach Mumbai umzuleiten.

„In Mumbai, so hat man uns gesagt, werde das Wasser dringend gebraucht. Und was ist die Folge? Wir mussten die Tierhaltung und den Eigenanbau immer mehr einschränken und ab Ende Januar müssen wir sogar Wasser für die Farm ankaufen. Nicht nur unsere Einrichtung leidet unter zunehmender Wassernot. Auch die Brunnen in den Dörfern ringsherum trocknen nach dem Monsun rasch aus und die Frauen müssen lange Märsche auf sich nehmen, um an Wasserlöcher zu kommen. Wasser ist ein sehr, sehr knappes Gut geworden. Viele Familien können sich Wasser vom Tanker aber gar nicht leisten. Da es hier an allem fehlt, wandern viele Familien ab. Die Alten bleiben zurück. Wer kümmert sich um sie? Was erwartet die Familien in den großen Städten? Wie geht es hier weiter? Nun wird es höchste Zeit, dass wir uns selbst helfen!", Sr. Meena.

 

Und dann zeigt uns die Leiterin detaillierte Konstruktions- und Kosten-Pläne.

 

"Diese Pläne wurden von einem Experten erstellt, der sich auf ´Regenwassernutzung` spezialisiert hat. Zur Wiederbelebung des Brunnens planen wir einen Staudamm mit Rückhaltebecken und Erdwällen, die quer zum Hang verlaufen. Durch das langsame Versickern des Regenwassers wird sich der Grundwasserspiegel allmählich wieder heben. Helft Ihr uns dabei? Mit Eurer Hilfe war es uns schon einmal gelungen, einen Brunnen wieder zu beleben!", Sr. Meena.

 

Beim Vor-Ort-Besuch im November 2018 wurde natürlich auch der Trinkwasser-Brunnen besucht, der 2012 mit der Förderung von ´Wasser ist Leben e.V.`auf traditionelle Weise reaktiviert worden war.

Zusammen mit einem indischen Partner beteiligt sich ´Wasser ist Leben e.V." nun an der Wiederbelebung des zweiten Brunnens. Es geht um die Versorgung vieler kranker und alter Menschen. 

 

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