Mai
Kleine Schritte – große Hoffnung
Zwei Mädchen, zwei Wege in eine bessere Zukunft
Bildung bedeutet weit mehr als Unterricht. Für viele Kinder ist sie der erste Schritt aus Armut, Ausgrenzung und Perspektivlosigkeit – hin zu Würde, Selbstvertrauen und Hoffnung. Die Geschichten von Vandana und Anjana zeigen, wie entscheidend Unterstützung im richtigen Moment sein kann.
Vandana – Vom Rand der Gesellschaft in eine Zukunft voller Chancen
Vandana ist zehn Jahre alt und gehört zur Musahar-Gemeinschaft, einer der ärmsten Bevölkerungsgruppen Indiens. Ihre Familie kämpft täglich ums Überleben. Die Mutter arbeitet als Haushaltshilfe, der Vater findet nur unregelmäßig Arbeit. Von fünf Kindern konnte bislang kaum eines regelmäßig eine Schule besuchen.
Apr.
Neues aus dem Slum Malwani
Mit ´Taschenflechten` den eigenen Lebensunterhalt verdienen
Die jungen Frauen hatten sich, so Manisha, an Straßenkreuzungen, bei Hochzeiten, beim Tanz in Bars und in Hotels kennengelernt. Ihre Anwesenheit bei Familienfesten verhieß Segen und Glück.
Aus ihren eigenen Familien waren sie, so Manisha, wegen ihrer Andersartigkeit bereits im jugendlichen Alter verbannt worden. Hier im Slum Malwani wohnen sie nun in kleinen Gruppen zusammen.
Manisha hatte mit der Unterstützung unserer Partnerinnen in Poone einen ´Taschenflecht-Kurs` absolviert und präsentierte voller Stolz ihre Taschen mit vielfältigsten Mustern und Farben.
„Meine Freundinnen wollen dieses Handwerk ebenso erlernen“, sagte sie.
Die Schwestern hatten Manisha und ihren Freundinnen Unterstützung zugesagt. Dazu gehörte, dass die Marys den jungen Frauen zum Erlernen des Handwerks und später auch zum Anfertigen der Taschen ihre Räumlichkeiten zur Verfügung stellen würden.
Inzwischen hat die gesamte Gruppe die Flechtkunst erlernt und bereits viele Taschen hergestellt. Gestern wurde uns eine Auswahl an Taschen mit vielfältigsten Mustern und Farben per Video präsentiert. Die Frauen dürfen die Taschen nach den Sonntagsgottesdiensten hinter der Kirche anbieten, auch gibt es wohl schon einen Kauf-Interessenten in Mumbai-City.
Geplant ist, dass irgendwann einmal auch Menschen mit Behinderung, Arbeitslose, Schulabbrecher usw. in die Kunst des Taschenflechtens eingeführt werden.
Apr.
"Jedes Kind hat ein Recht auf Bildung"
Apr.
In einem kleinen Raum saßen dreißig Kleine, Buben und Mädchen, im Schneidersitz nebeneinander. Der Schulranzen vor ihnen, Papier und Bleistift ebenso. Nacheinander trugen sie Gedichte vor. Hier werden Kinder, die staatliche Schulen besuchen, gezielt einzeln gefördert und auf Schwächen eingegangen. Wir waren erstaunt über die Disziplin der Kinder und deren Leistungswillen, so, als wüssten sie, dass ihre Chance auf eine gute Zukunft gekommen war.
Die kurze Zeit hat uns gezeigt, dass es viel weniger im Leben braucht, um es lebenswert zu machen und wir würden gerne irgendwann wiederkehren, vielleicht als Rentner-Volunteer.
Karin Groll und Jorge Uscatescu


